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Ins abgelegenste Dorf der Schweiz. Rustico in Indemini ab CHF 51.- pro Nacht

Ein Deal von , 21. Jul. 2019 13.42 Uhr

"Mein schönstes Ferienerlebnis..."

Wer erinnert sich nicht an den Klassiker, mit welchem die Lehrerschaft jeweils am Ende des Sommers den Wiedereinstieg in den Primarschulaltag zu versüssen pflegte? Der Autor dieser Zeilen konnte damals nie mit exotischen Zielen wie Mauritius oder gar Amerika mithalten, was den Frust, wieder die Schulbank zu drücken, umso grösser machte. Doch dann kam jener Sommer, als er mit dem Sportverein ins Lager nach Indemini fahren durfte... Am Ende desselben hatte auch er für einmal allerlei Sonderbares zu berichten.

Bereits die Fahrt ins "abgelegenste Dorf der Schweiz" mutet wie die Reise in ein fernes Land an.

Den Lago Maggiore mit seinen Palmen und mediterranem Flair bei Vira im Gambarogno hinter sich lassend, wird eine steile Passtrasse erklommen, die sich in scheinbar unzähligen Serpentinen hoch zur Alpe di Neggia schleppt, dem Kamm zwischen Monte Gambarogno und Monte Tamaro auf knapp 1400 Metern überm Meer.

Oben angekommen öffnet sich der Blick ins enge, sonnenverwöhnte und fast gänzlich zu Italien gehörende Val Veddasca mit seinen Buchen- und Kastanienwäldern, Bergbächen und verstreuten Alpweiden. Das rege Treiben unten am See scheint hier meilenweit entfernt.

400 Höhenmeter tiefer, angekommen in Indemini, wähnt man sich schliesslich vollends in einer anderen Welt.

Am Südhang gebaut, empfängt das nur wenige Dutzend Einwohner zählende Dorf seine Besucher mit einer archaischen, scheinbar aus der Zeit gefallenen Architektur aus Stein und Holz.

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Ein Durcheinander aus verwinkelten Treppen, mühsam in den Hang geschichteten Terrassen, dunklen Durchgängen und engen Gässlein, lädt Unkundige ein, sich im Dorfkern mit seinen rund 30 verschachtelt angeordneten Rustici, prächtig zu verlaufen.

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Indemini wird von einer einschläfernden Ruhe beherrscht. Die Zeit, so scheint es, hat hier gleich mehrere Gänge zurückgeschalten.

Im Schatten der mit grauen Steinplattendächern und sonnengegerbten Holzlauben und Balkonen versehenen Steinhäuser dösen Dorfkatzen, mit halbgeöffneten Augen Mauereidechsen beobachtend, die allenthalben Nischen und Schlitze im Gemäuer bevölkern. Auf Menschen trifft man eher selten.

Abends schwirren Fledermäuse um den Glockenturm der Bergkirche San Bartolomeo, deren Ursprünge bis weit ins Mittelalter zurückgehen, als sich im 13. Jahrhundert die ersten Menschen am oberen Talende ansiedelten. In der Tankstelle, die auch auch als Ristorante dient, geben Dorfbewohner bei einem Gläschen Nocino alte Schmugglermärchen zum Besten und deuten geheime Gänge und Stollen an, deren Eingänge es angeblich noch immer im Unterholz zu entdecken gäbe...

Bis weit ins 20. Jahrhundert verdienten sich die Indemineser mit dem illegalen Warenhandel zwischen der Schweiz und Italien einen kleinen Zustupf zur beschwerlichen und nur wenig ertragreichen Landwirtschaft auf den steilen Feldern des Tals.

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Unterhalb der Kirche führt ein schattiger und steiler Pfad in die Schlucht hinein, wo tief unten die plätschernde Giona mit ihren kleinen und grösseren Becken tagsüber Abkühlung von der Mittagshitze gewährt. Am Wegrand zeugen verfallene Rustici und überwucherte Stallruinen von längst vergangenen Zeiten, als noch mehrere Hundert Menschen in und um Indemini lebten. Auf der gegenüberliegenden Talseite trifft man weit oberhalb des Bergbachs auf die leerstehenden Steinhäuser der fast schon gespenstisch anmutenden, verlassenen Alpsiedlung Monti Sciaga. Mit verschiedenen Projekten wird seit einigen Jahren versucht, dem winzigen Ort wieder Leben einzuhauchen. Weiden wurden entsträuchert, Gebäude wieder instand gesetzt. Renovierungswillige Bewohner sollen mit Symbolpreisen zum Kauf der Gebäude animiert werden.

Wer die vergessene Alp hinter sich lässt und Ausdauer genug hat, noch weiter hinauf zu steigen, wird auf dem Monte Tamaro (1962 m.ü.m.) mit einem herrlichen Panorama belohnt. In östlicher Richtung schliesslich, an eine Bergflanke des Tamaro gebaut, steht auf der Alpe Foppa ein Stück Schweizer Architekturgeschichte: Die von Mario Botta entworfene, 1996 fertiggestellte Kappelle Santa Maria degli Angeli.

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Auch hier wird der staunende Besucher das Gefühl nicht los, an einem unbestimmbaren Punkt der Reise in dieses sonderbare Tal eine andere Welt betreten zu haben...

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Der Blick zum Lago Maggiore als Abschiedsgeschenk

Nicht nur wegen Wanderungen wie dieser lohnt es sich, mehrere Tage in Indemini zu verbringen, sich ein Zimmer im Rustico zu mieten und die Musse zu nutzen, mit welchem das Dorf seine Besucher beschenkt.

Klar, irgendwann gilt es, Indemini dann doch wieder den Rücken zu kehren. Man tut dies - bevor es von der Alpe die Neggia mit dem Postauto wieder hinunter zum geschäftigen Treiben von Ascona und Locarno und zurück in den Alltag jenseits des Gotthard geht - am besten mit der Besteigung des Monte Gambarogno. Noch einmal wird das Ticken der inneren Uhr langsamer und es bietet sich auf über 1700 Metern über dem Meer ein Blick, der zum Ruhen einlädt.

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Tipps und Links

  • Mit dem Postauto erreicht man Indemini ab Magadino. Alle Infos dazu hier bei postauto.ch
  • Indemini.ch bietet ausführliche Informationen zur Geschichte und Gegenwart des Dorfes. Unbedingt besuchen sollte man auch das Dorfmuseum, das viele Exponate und Fotos aus der Schmuggler-Vergangheit zeigt
  • Tipps und Infos für Wanderungen in der Region gibt es beispielsweise hier bei ticinoweekend.ch. Eine ausführliche Beschreibung der Route von Indemini via Tamaro zur Botta-Kappelle findet ihr hier.
  • Eine grosse Auswahl an Unterkünften oder gar Hotels dürft ihr vor Ort nicht erwarten - und das ist auch gut so. Bei airbnb finden sich zwei Rustici, die ab CHF 51.- pro Nacht gemietet werden können: Die Casa Cipot sowie ein "stilvolles Rustico":

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Indemini Unterkünfte bei airbnb Im Zeitraum von: 4. Aug. 2019 - 28. Feb. 2020


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