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Appetit? Piraten berichten über ihre kulinarischen Urlaubserlebnisse (Teil 3)

Ein Deal von , 25. Mär. 2020 19.36 Uhr

Ahoi Piraten,

auch wir schippern aktuell nicht über die sieben Weltmeere. Was wir aber machen, ist, uns an tolle Reiserlebnisse, Urlaubsabenteuer UND kulinarische Köstlichkeiten zurück zu erinnern. Und genau diese Leckereien weltweit (und ihre Geschichten dahinter) möchten wir mit euch teilen. Wer weiss, vielleicht lasst ihr euch davon inspirieren und zaubert euch den Urlaub heute mal auf den Tisch. Hier unser dritter Teil:

Annelie: Schlaraffenland-Feeling in Tbilisi, Georgien

Schon auf meinen Russland-Reisen bin ich in den Genuss der georgischen Küche gekommen. Beispielsweise hat die giftgrüne Lieblings-Limonade der UDSSR-Kids namens “Tarchun” ihren Ursprung in Georgien und begeisterte mich mit ihrem süssen Estragon-Geschmack von Anfang an. Im Herbst letzten Jahres war es dann endlich soweit und ich flog in das fruchtbare Land am Schwarzen Meer. Schon während ich noch meinen Koffer über den rissigen Asphalt der Strassen zog, fielen mir schon die unzähligen kleinen Obststände auf, hinter denen mir alte Frauen aufmunternd zu lächelten. Im Angebot: Granatäpfel so weit das Auge reichte und selbstgemachter Wein in Plastikflaschen.

So brachte ich fast täglich lokale Snacks mit zurück ins Airbnb-Apartment, um sie mit Blick auf den grün bewachsenen Hang des Berges Mtazminda auf der Fensterbank sitzend zu verzehren. Meine Favoriten dabei waren: Weintrauben mit Sulguni-Käse (einem traditionellen georgischen Salzlakenkäse) oder Granatapfelkerne mit Matsoni (eine kaukasische Joghurt-Variante). Dazu ein Gläschen von dem Wein, bei dem der Liter nur 2 Euro kostet und trotzdem schmeckt! What a life!

Natürlich blieb es aber nicht nur bei Snacks und ich schlemmte mich von Tag eins an durch die Restaurants Tbilisis. Dabei wurde mir ziemlich schnell klar, dass man am besten mehrere Gerichte à la Tapas bestellt und diese dann einfach mit Freunden teilt. Die georgische Küche ist deftig ja, aber mit so vielen frischen Zutaten aus Eigenanbau und der Liebe zum “Selbstmachen” auch super gesund! Das Gute ist, dass die Georgier mit dem Herzen kochen, weshalb man eigentlich überall gutes Essen serviert bekommt. Dass es den Gästen nicht schmeckt schädigt nämlich nicht nur dem Ruf, sondern auch der Ehre!

Trotzdem gab es zwei georgische Restaurants, die mir besonders in Erinnerung geblieben sind:

Das Restaurant Pasanauri war für mich die erste Anlaufstelle in Tbilisi, um in den Genuss der klassischen georgischen Küche zu kommen. Hier gab’s erstmal Khinkali - das sind mit Brühe und verschiedenen Zutaten gefüllte Teigtaschen in Knoblauchzehen-Form. Zu zweit kann man 15 Stück bestellen - dann ist man aber auch satt! Dazu empfiehlt sich die Sauce Sazebeli. Man könnte sie quasi als georgischen Ketchup bezeichnen, denn die aus Tomaten, Walnüssen und Granatapfelsaft bestehende Soße ist hier sehr beliebt. In dem Restaurant habe ich dann auch gelernt wie man Khinkalis am besten und schmerzfreisten isst. Das Ziel ist nämlich, dass einem die heisse Brühe NICHT am Kinn hinunter läuft, sondern durch ein vorsichtig eingebissenes Loch in der Teigtasche genüsslich heraus geschlürft wird. Dabei hält man die Khinkali am zusammen gedrehten Ende fest und kann sie, nachdem die Teigtasche frei von Brühe ist, entspannt essen. Übung macht den Meister!

Die Einrichtung des Restaurants Shemomechama erinnert an sowjetische Kantinen-Zeiten - natürlich modern und ziemlich schick interpretiert. Da sich Shemomechama in der Altstadt nahe der Schwefelbäder befindet, kehrte ich dort zum ersten Mal nach einem 2-stündigen Bad-Aufenthalt ein. Hungrig blätterte ich durch die Speisekarte und bestellte vorweg meine absolute Lieblings-Vorspeise “Nigvziani Badrijani”. Das sind mit einer Walnusspaste bestrichene gedünstete Auberginenscheiben, die oftmals aufgerollt und mit Granatapfelkernen bestreut serviert werden. Ob Veganer, Vegetarier oder Fleischfresser - die Dinger machen jeden glücklich!

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Leonie: Koshary - früher Arme-Leute-Essen, heute das Fast-Food-Highlight Ägyptens

Meine letzte geplante Rundreise durch Sinai, Jordanien und Israel endete frühzeitig in dem kleinen Taucherort Dahab, der mein Herz innerhalb kürzester Zeit komplett erobert hat. Als ziemlicher Foodie schlemmte ich mich den ersten Monat fast täglich durch die Strandrestaurants an der Promenade, doch irgendwann wurde das Geld knapp und es wurde Zeit für eine kulinarische Low-Budget-Alternative: So fand ich Koshary!

Jeder, der in Dahab lebt, kennt den lustigen Ägypter mit seinem kleinen Wagen, der täglich die Strandpromenade rund um das Lighthouse auf- und abläuft und „KOSHARY, KOSHARY“ ruft.

Das heimliche Nationalgericht Ägyptens ist eines der günstigsten und reichhaltigsten Gerichte, die ihr in diesem Land finden könnt. Die Basis von Koshary, was übrigens übersetzt „Mischmasch“ bedeutet und damit die Zutatenliste ganz gut auf den Punkt bringt, sind Kohlenhydrate mit Kohlenhydraten und nochmals Kohlenhydrate: Genau genommen Linsen, Pasta, Reis, Kichererbsen mit Röstzwiebeln und scharfer Knoblauch-Tomatensauce. Dazu kann man zwischen zwei Saucen wählen (oder wie ich einfach beide nehmen;)) - Essig-Knoblauch oder Essig-Chili (Achtung, wirklich scharf!). Aufgrund der Vielzahl an Gewürzen (Kardamon, Koriander, Kümmel, Chili, Pfeffer) und der Schärfe des Essens ist es besonders im Winter ein sehr beliebtes Gericht bei den Ägyptern.

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In der Regel wird Koshary zwischen 11:00 - 14:00 an der Promenade von Dahab in der Nähe des „Light House“ verkauft und kostet 20 Ägyptische Pounds (circa 1,15€). Solltet ihr den Wagen mit der Aufschrift „Yas I’m famous Koshary“ mal nicht gleich finden, macht euch keine Sorge: Lauft einfach die El Fanal Street bis zum Ende herunter und ihr findet hier auf der linken Seite das dazugehörige Restaurant von Dahabs berühmtesten Koshary-Verkäufer.

Die sättigende und leckere Kalorien-Bombe eignet sich übrigens auch, wenn man am Abend vorher ein bisschen zu lang im Irish Pub gesessen oder mit den Einheimischen ägyptischen Rum getrunken hat. Denn nach einer Schale Koshary seid ihr wahrscheinlich sogar wieder fit genug fürs eine Schnorcheltour an einem der vielen spektakulären Riffe in und um Dahab herum.


Ramon: Warum nicht mal vor der Haustür schauen? Leckereien in Berlin

Wie fast alle meiner Kollegen, lege auch ich unheimlich grossen Wert auf gutes und lokales Essen auf Reisen. Allerdings: Warum nicht mal vor die Haustür schauen und nicht ans andere Ende der Welt? Gerne möchte ich einige meiner Lieblingshotspots für Essen in Berlin mit euch teilen.

Wo soll ich da nur anfangen? Vielleicht mit dem Berliner Klassiker schlecht hin: Dem Döner! Wo gibt es den besten Döner? Gut, eine absolutistische Antwort wird es da wohl nie geben, aber zumindest kann ich euch meinen Favoriten ans Herz legen. Deutschlands erster Bio-Döner wird bei „Meraba Neuland Döner“ im Prenzlauer Berg verkauft. Nicht nur, dass das Fleisch und die Zutaten Bio sind, die Gewürzmischung sowie Saucen und Salate sind nicht der 0-8-15 Standard. Auch wenn der Döner mit 5 Euro einen starken Preis hat: Meines Erachtens lohnt sich diese Ausgabe. Dadurch, dass der Trend immer mehr gen fleischlose Ernährung geht, gibt es natürlich auch einige pflanzliche Alternativen zum Döner, der für mich Beste gibt es bei „Vöner“ im Friedrichshain. Auch für eingefleischte Liebhaber des Originales eine immer gut schmeckende Alternative.

Appetit? Piraten berichten über ihre kulinarischen Urlaubserlebnisse (Teil 3)

Apropos fleischlos: Ein weiteres Highlight ist die Alaska Bar in Neukölln, die entgegen des Namens nicht nur eine Bar ist. Hier gibt es Gerüchten zur Folge nach beste spanische Tapas in Berlin und das zu 100% vegan. Zusätzlich gibt es regelmässig Events, bei dem jeder Teller nur einen Euro kostet. Es wird passende Musik gespielt, das Publikum international und kontaktfreudig - ein richtiges „that’s soooo Berlin“-Erlebnis.

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