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Appetit? Piraten berichten über ihre kulinarischen Reiseerlebnisse (Teil 1)

Ein Deal von , 18. Mär. 2020 10.33 Uhr

Ahoi Piraten,

auch wir schippern aktuell nicht über die sieben Weltmeere. Was wir aber machen, ist, uns an tolle Reiserlebnisse, Urlaubsabenteuer UND kulinarische Köstlichkeiten zurück zu erinnern. Und genau diese Leckereien weltweit (und ihre Geschichten dahinter) möchten wir mit euch teilen. Wer weiss, vielleicht lasst ihr euch davon inspirieren und zaubert euch den Urlaub heute mal auf den Tisch. Hier unser erster Teil:

M-Lan: "Sarawak Laksa Special" im "Borneo Delight", Kuching, Malaysia

Nachdem ich mehrfach in Indonesien war und mich als absoluter Fan der dortigen Küche oute, habe ich immer gedacht, man müsse für neue Geschmäcker soweit es nur geht von touristischen oder städtischen Gegenden wegfahren. Als ich letztes Jahr nach Borneo gereist bin, hatte ich mir im Vorfeld schon die entlegensten Dörfer für den kulinarischen Gipfel der Reise ausgesucht. Um es vorweg zu nehmen: Es kam alles ganz anders.

Erstmalig landete ich auf dem malayischen Teil der Insel. Die Stadt Kuching ist das Tor für den südlichen Teil Borneos. Sie liegt in der Region Sarawak, am gleichnamigen Fluss gelegen. Fast jeder, der den südlichen Teil Borneos besucht, landet hier. Das städtische Zentrum ist südlich des Sarawak, den man entweder über die pompöse Darul Hana Brücke oder mit einem kleinen Boot für fünf Ringgit (etwa einen Euro) überquert. Die Stadt ist sehr weitläufig, besitzt verschiedene Einflüsse, dementsprechend gibt es auch hier ein China Town, ein Little India und einen ständigen Basar, auf dem vor allem regionale Dinge angeboten werden. Dennoch kam mir Kuching eher kleinstädtische vor und nicht wie eine 600.000 Einwohner Metropole.

Kuching:

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Die Stadt war mir sympathisch und guter Ausgangspunkt für die Umgebung. Allerdings hätte ich nicht gedacht, dass mich hier auch mein kulinarisches Highlight erwartet. Nach einem dreitägigen Ausflug in den Bako Nationalpark, kam ich Abends in meinem Guesthouse an und fragte an der Rezeption nach einem Restaurant-Tipp. Die Rezeptionistin empfahl mir das „Borneo Delight“ direkt um die Ecke. „Na gut,“ dachte ich, „zumindest muss ich nicht weit laufen.“

Von aussen sah das Restaurant wenig einladend aus, direkt an einer Strassenecke gelegen und innen erinnerte alles eher an einen Schnellimbiss. Ich "riskierte" es trotzdem und fragte nach einer Empfehlung. Die Köchin, die gleichzeitig Chefin und Kellnerin war, zeigt nur mit dem Finger auf das Gericht namens „Sarawak Laksa Special“.

Ich hatte schon öfter Laksa gegessen. In Singapur ist die Suppe Nationalgericht, in Malaysia ist vor allem Penang-Laksa bekannt und in Brunei heisst sie Soto. Im gesamten südostasiatischen Raum hat eigentlich jede Region seine eigene Laksa. Die Zusätze „Sarawak“ und vor allem „Special“ überzeugten mich. Ich bestellte sie in mittelscharf.

Was ich nach wenigen Minuten vorgesetzt bekam, war eine echte Gaumenfreude. Im Grunde genommen war es eine relativ typische Laksa, basierend auf einer Brühe, Kokosmilch, Fisch, Garnelen und Gemüse. Schon nach dem ersten Happs war mir aber klar, dass ich so etwas noch nicht gegessen hatte. Die Gewürze hier waren anders. Das Chili nicht schärfer, aber intensiver, ebenso der Pfeffer (Sarawak-Pfeffer ist über die Grenzen hinaus bekannt). Der Fisch war fangfrisch, die Garnelen so ziemlich die besten, die ich je hatte und selbst das Gemüse war unfassbar intensiv. Dazu bestellte ich mir eine hausgemachte Limo, die perfekt zu der Schärfe des Essens passte.

Am Ende fragte ich die Köchin, warum ihre Laksa so viel besser schmeckte und sie sagte mir, dass die Gewürze rund um Kuching besonders hochwertig seien und sie ihre Rezeptur in den letzten Jahrzehnten immer weiter perfektioniert hat. Schliesslich gab sie mir sogar ein kleines Säckchen der Gewürzmischung – unfassbar nett.

Zurück in Deutschland versuchte ich das Essen für meine Freunde zu kochen. Zwar lobten alle meine Kochkünste, ich selbst war aber sehr enttäuscht. Die Gewürzmischung war zwar klasse, aber es fehlten die frischen Zutaten aus Sarawak.

Zum Glück ist Borneo so gross und die Gegend um Kuching so schön, dass man auch vier bis fünfmal hinfahren kann, denn diese Geschmäcker möchte ich wieder haben. Und so schön der Dschungel, die Höhlen und die Tierwelt auf Borneo auch sind, jedes Mal wenn ich auf Sarawak angesprochen werde, erzähle ich als erstes vom „Sarawak Laksa Special“ aus dem „Borneo Delight.“

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Hier liegt das "Borneo Delight":


EckMarc: Tapas, Pintxos und Wermut galore in Spanien

Im vergangenen Jahr war ich gleich mehrmals in Spanien unterwegs, unter anderem in Madrid, Barcelona, Málaga, Sevilla, Galicien und auf Menorca. Logischerweise hab ich somit auch jede Menge an Tapas und Pintxos verdrückt, sonstige regionale Spezialitäten probiert sowie den ein oder anderen Wermut zu mir genommen.

In Barcelona zum Beispiel war die Calle Blai ein kulinarisches Highlight meines letzten Besuchs, denn sie ist auch als Tapas-Strasse bekannt. Sie ist nicht mal einen halben Kilometer lang und doch ist die Dichte an Restaurants und Bars beeindruckend. Schlemmt euch kreuz und quer durch sämtliche Pintxo-Variationen und Tapas, ihr werdet es nicht bereuen.

Immer wieder erstaunt hat mich die unglaubliche Vielseitigkeit und die regionalen Unterschiede der spanischen Küche. In Sevilla zum Beispiel ist mir Tortilla mit einer starken Whiskeysauce und viel Knoblauch untergekommen, während in Galicien alle nach Pulpo, also Tintenfisch verrückt sind. Long story short: Von Tapas und spanischem Essen generell bekommt man so schnell nicht genug!

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Sophia_K: "Jamaikanisches Ackee & Saltfish" auf der "Murphy Hill Farm", Ocho Rio, Jamaika

Als ich im Dezember eine wunderschöne Karibik Kreuzfahrt gemacht habe, wartete ich sehnsüchtig auf das Highlight der Route: Ocho Rios in Jamaika. Das Land ist nicht nur für seine atemberaubende Natur, für Wasserfälle, dichte Dschungel und Reggae-Musik bekannt, sondern auch ganz besonders für seine Kochkunst. Essen in Jamaika bedeutet ein Fest für die Geschmacksnerven. Woher ich das wusste? Natürlich nicht nur aus irgendwelchen Koch-Shows oder Büchern, sondern von meiner ersten Gastmutter in London. Sie war Jamaikanerin. Jeden Tag zauberte sie mir jamaikanische Spezialitäten.

Weil ich mich nun so gut daran erinnerte, habe ich mir während meiner Kreuzfahrt einen ganz besonderen Ausflug gebucht. Einen sogenannten "Martha Stewart"-Ausflug. Er heisst so, da die berühmte Schriftstellerin ihn testete, schön fand und bereits in ihren Büchern darüber berichtet hat.

In Ocho Rios, eine Kleinstadt im Norden Jamaikas, ging es zuerst zu den wunderschönen Wasserfällen: "Konoko Falls". Danach folgte eine 30-minütige Fahrt durch die wunderschöne, hügelige Landschaft von Claremont zur Murphy Hill Farm. Die idyllische Farm, die sich am höchsten Punkt über Ocho Rios auf einer Höhe von 1.800 Fuss über dem Meeresspiegel befindet, bietet einen spektakulären Blick auf die Stadt. Aber das ist dort nicht das einzige Highlight. Schliesslich will ich euch von einer kulinarischen Erfahrung erzählen. Dort oben gibt es ein tolles Restaurant namens Miss T’s Kitchen.

Das Besondere an diesem Restaurant: Alle Zutaten, egal ob es Kräuter, Gemüse- oder Obst sind, werden auf der Farm selbst angebaut. Wir durften uns die Beete anschauen, in denen Maniok, sonnengetrocknete Tomaten, Karotten, Zwiebeln, exotische Kräuter, Ackees und Kokosnüsse wachsen. Wir haben Kerne gesät und Kräuter abgeerntet. Leider wuchsen im Dezember nicht alle einheimischen Pflanzen. Aber das was wuchs, durften wir in der Küche abgeben.

Die Köche haben uns nun ein jamaikanisches Buffet mit vielen Spezialitäten gezaubert. Es gab Jerk Chicken Pasta mit sonnengetrockneten Tomaten und knusprigen Maniokstangen, geräucherte Ziege mit lokalen Currys, knuspriges Fischfilet mit Panko-Kruste in einer Kokosnuss-Sauce serviert mit Erbsen und Reis. Ein Gericht köstlicher wie das andere.

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Doch mein absolutes Highlight war das jamaikanische Nationalgericht Ackee & Saltfish mit eingelegten Zwiebeln, Karotten, Scotch Bonnet Peppers, Piment und Kokosnuss-gedämpften Bammys. Habt ihr schon einmal von Ackees gehört? Die Ackee ist eine birnenförmige, hellrot bis gelb-orange Baumfrucht aus Westafrika. Ist sie reif, platzt die Ackee noch am Baum hängend auf. Interessant ist daran, dass sie zuvor sehr giftig ist und keinesfalls geerntet oder verzehrt werden kann. Beim ersten Biss erinnerte mich das weiche, weisse Fruchtfleisch ein bisschen an Ei. Ein Koch erklärte, dass die Frucht auf Jamaica sehr beliebt ist, da sie sehr preiswert und nahrhaft ist.

Saltfish ist Kabeljau. Er wird durch Salzen und Trocknen haltbar gemacht. Er schmeckte keinesfalls zu fischig, sondern angenehm salzig und würzig. Nach Piment, Knoblauch und Chili. Piment wird auch Jamaika-Pfeffer genannt. Er erinnert an Gewürznelken, Muskatnuss, schwarzen Pfeffer und Zimt. Das dazu servierte Bammy ist ein ungesäuertes Brot jamaikanischer Herkunft aus Maniok. Es wird gebraten und schmeckt frittiert und süss. Alle Komponenten dieses Gerichts haben sich wunderbar ergänzt. Eine wahre Geschmacksexplosion!

Als alles auf dem Teller aufgegessen war, erzählte uns ein Koch: „Die Ironie am Nationalgericht der Jamaikaner ist, dass es um Jamaika herum keine Kabeljau Vorkommen gibt und der Fisch importiert werden muss". Und den Jamaikanern ist dafür kein Weg zu weit. Nicht mal bis hoch auf die Farm, die jeden Tag sehr gut besucht ist. Nachgekocht habe ich das Rezept bisher noch nicht. Aber der nächste Jamaika-Trip ist in Planung. Es ist dieser Mix aus exotischen Geschmäckern und atemberaubender Natur, der mich so fasziniert.

Hier liegt die "Murphy Hill Farm":


Tobi: "McDonald's", überall

Ahoi Piraten, es tut mir Leid, beim Foodie-Thema bin ich raus. Da bin ich quasi das Schwarze Schaf bei uns in der Redaktion. Wenn ich auf Reisen bin, denke ich nicht gross über’s Essen nach, da such ich mir abends ganz bequem den nächsten McDonalds. Da weiss ich, was mich in etwa erwartet – geschmacklich, preislich und auch von der Auswahl her.

Wobei es da schon durchaus Unterschiede gibt weltweit. Zu den bekanntesten Beispielen gehört sicherlich Indien, wo es keine Burger mit Rindfleisch gibt, dafür aber den McMaharaja (ein leicht abgeänderter BigMac mit Huhn). Im arabischen Raum hingegen verzichtet man verständlicherweise auf Schweinefleisch und hat dafür den McArabia auf der Karte. Der besteht unter anderem aus Hähnchenfleisch und wird umhüllt von einem Pita-Brot.

Ganz gut gefallen hatte mir auch das Konzept „Create Your Taste“ in Hongkong. Dort konnte man sich am Touchscreen aus eine Reihe von Brötchensorten, 10 verschiedenen Saucen, 4 Arten von Käse und knapp 30 weiteren Zutaten, wie zum Beispiel Spargel oder Süsskartoffeln seinen Wunschburger zusammenstellen. Dieser wurde dann frisch zubereitet und ansprechend dekoriert an den Platz geliefert. Manche Kombis waren dann doch nicht so lecker, wie ich sie mir vorgestellt hatte, aber die Trüffelsauce zusammen mit Angus Beef und gegrillten Champignons fand ich zum Beispiel ganz nett.

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Teil 2 folgt in Kürze...

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