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Äthiopien, Lonely Planet's Top Destination 2017 - ein Reisebericht

Ein Deal von , 13. Mär. 2017 15.25 Uhr

Ahoi Piraten! Lonely Planet hat für dieses Jahr Äthiopien zu den Top 10 Reiseländern gewählt, u.a. mit Kanada, Nepal und der Mongolei. Noch ist das Land in Ostafrika ein schwarzer Fleck auf der Touristenkarte - zu Unrecht, finden wir. Äthiopien lässt sich gut auf eigene Faust bereisen, wir waren schon da und berichten euch aus erster Hand von unseren Erfahrungen.

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Inhalt



Äthiopien, eine Einführung

Äthiopien ist etwa drei Mal so gross wie Deutschland und hat eine rasant anwachsende Bevölkerung. Rund 120 Ethnien leben im Land, Amtssprache ist Amharisch, das durch eine eigene, witzig anmutende Schrift gekennzeichnet ist: ኢትዮጵያ (Äthiopien).

Von hier bevölkerte der erste Vormensch den Rest der Welt, Äthiopien gilt also als die Wiege der Menschheit. Ausserdem ist Äthiopien eines der ältesten, christlich geprägten Länder der Welt. Die Geschichte des Landes ist mehr als beeindruckend, auch wenn man bedenkt, dass Äthiopien nie von einer fremden Macht besetzt war. Es gab jedoch ein kurzes Intermezzo mit den Italienern, viele italienische Lehnwörter erinnern noch daran. Die lange Kultur- und Zivilisationsgeschichte macht sich ebenfalls in der Liste der UNSECO Welterbestätten im Land bemerkbar, die in keinem andern afrikanischen Land länger ist.

In Äthiopien scheint die Sonne an 13 Monaten im Jahr, denn der Kalender ist uns nicht nur 7 Jahre hinterher, die Äthiopier haben sich selbst auch noch einen weiteren Monat geschenkt. Ausserdem beginnt hier Mitternacht bei Sonnenaufgang und 12 Uhr ist bei Sonnenuntergang. Die Uhren im Land sind also nicht alle falsch gestellt, hier ticken sie einfach ein wenig anders.

Viele Reisende entscheiden sich bei einer Reise nach Äthiopien entweder für eine Rundreise im Norden oder in den Süden. Im Norden findet ihr beeindruckende Landschaftsbilder, Felsenkirchen und alte Paläste. Der Süden ist geprägt vom Kaffeeanbau und von ethnischen Minderheiten. Wir waren im Norden unterwegs und haben Bahir Dar, Gonder, den Simien Mountains National Park, Axum sowie die Felsenkirchen von Tigray und Lalibela besucht.

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© OpenStreetMap-Mitwirkende

Addis Abeba, die Shopping Mall Afrikas

Addis Abeba, Addis Ababa oder wie sie die Einheimischen ganz einfach nennen: Addis ist das New York oder Paris Afrikas. Die ganze Stadt ist ein einziges Einkaufszentrum. Der Merkato in Addis Abeba ist der grösste Markt in Afrika und bei einem Besuch sollte man immer eine Landkarte griffbereit haben, denn Verlaufen ist hier quasi vorprogrammiert. Hier gilt auch: Feilschen um jeden Birr, so heisst die äthiopische Währung. In Addis findet ihr wie überall im ganzen Land zahlreiche Restaurants und Cafés, die den Kaffee frisch rösten, mahlen und zubereiten.

Gonder, die Stadt der Kaiser

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In der Mega-Metropole Addis Abeba sollte man nicht zu viel Zeit verschwenden. Wir machen uns auch gleich auf und fliegen gen Norden, nach Gonder. Die alte Hauptstadt Äthiopiens besticht vor allem durch die grosse Palastanlage der alten Kaiser, die einzigste ihrer Art in ganz Afrika. Sehr beeindruckend ist auch das Wasserschloss des Fasilidas, man erzählt sich, er sei jeden Morgen vom Balkon ins kühle Nass gesprungen. In Gonder machen wir noch letzte Einkäufe für unsere bevorstehende Trekking-Reise in den Simien Mountains National Park.

Simien Mountains National Park

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Mit dem Minibus geht es 2-3 Stunden von Gonder nach Debark, dem Ausgangspunkt für Reisen in den Simien Mountains Nationalpark (Sämen-Nationalpark). Viele organisieren bereits vorab über einen Veranstalter eine Trekking-Reise in den Park, was viele aber nicht wissen, man kann den Park-Besuch auch problemlos selbstständig planen. Einfach zum Parkbüro, anmelden, Gebühr bezahlen und los geht's! Für alle verpflichtend ist ein bewaffneter Scout der einen auf Schritt und Tritt beschützt und auch die Wege durch den Park kennt. Zelt, Schlafsack, Essen, Kocher und Geschirr, das alles kann vor Ort gemietet werden. Um uns unnötigen Aufwand zu sparen hatten wir bereits alles dabei.

Es gibt Routen mit unterschiedlicher Dauer, wir haben uns für 3 Nächte/4 Tage entschieden, dann sollte man auch alles wichtige gesehen haben. In 60 Kilometer geht es über die Camps Sankaber, Gich bis nach Chennek. Obwohl der Park offiziell den Transport von Touristen mit lokalen Bussen untersagt, haben wir problemlos eine Mitfahrgelegenheit aus dem Park bis nach Debark gefunden.

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Bis zu 1.000 Meter fallen die Klippen des Simien Mountains National Parks in die Tiefe.

Im Park stösst man auf viele endemische Tiere, also Tiere, die nur hier beheimatet sind: der äthiopische Wolf, der äthiopische Steinbock und der Blutbrustpavian. Durch die vielen Siedlungen der Menschen innerhalb des Park gelten viele als gefährdet.

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Der Blutbrustpavian

Website des Parks

Axum, das Luxor Äthiopiens

Von Debark geht es mit dem Bus für 13 Stunden (!!) bis nach Axum. In Axum selbst kann man den Stelenpark besuchen. Die über 1.700 Jahre alten Stelen sind Obelisk-artige Säulen, die höchste misst rund 33m. Sie sind Zeugen der alten Hochkultur und verleihen Axum den Namen "Luxor Äthiopiens". Von Axum geht es bis nach Hawzien im Tigray, Zentrum der äthiopischen Felsenkirchen.

Wir besuchen als Tagestrip die Felsenkirchen Abuna Yemata Guh und Daniel Korkor. Beide wurden vom Menschen vor über 1.500 Jahren von Menschenhand in den Fels geschlagen. Hoch oben in den Felsen und teilweise nur über schwierige Klettersteige erreichbar, wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Jetzt heisst es den Mönch suchen, denn dieser hat den Schlüssel zur Kirche. Endlich in der Kirche endlich angekommen könnt ihr die beeindruckenden Wandbemalungen bewundern.

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Der schmale Grad zum Eingang der Kirche

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Die 12 Apostel in der jahrtausendealten Felsenkirche

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The Boss, oder, findet den Mönch mit dem Schlüssel

Die Felsenkirchen von Lalibela

Lalibela gehört wohl zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Äthiopiens. Hier wurden vor Jahrtausenden dutzende Kirchen in einem Stück aus dem Fels geschlagen. Plant hier mindestens zwei Tage für euren Besuch ein, in der Stadt selbst lässt es sich gut aushalten und die nette Umgebung lädt zu Ausflügen ein.

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Bet Giyorgis, die bekannteste unter den vielen Felsenkirchen in Lalibela

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Nützliche Reiseinformationen

Anreise: Ab Zürich findet ihr Flüge ab ca. 500 Franken mit guten Flugzeiten, Beispiel:

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Mobilität: Zwischen den grösseren Städten und auf den Hauptverkehrsrouten verkehren Busse und Minibusse (Sammeltaxis). Da die Strassen oft im schlechten Zustand sind kann man auf längere Strecken auf das Flugzeug ausweichen. Tickets sind recht günstig und die Zeitersparnis ist enorm.

Beispiel Axum - Lalibela (mit Gepäck)

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Kosten: Äthiopien ist eines der ärmsten Länder der Welt, dementsprechend reist ihr hier ausgesprochen günstig. Mahlzeiten gibt es schon um weniger als 25 Birr (ca. 1 Franken) und Unterkünfte findet ihr vor Ort ab 5 Franken das Zimmer.

Reisezeit: Äthiopien lässt sich das ganze Jahr über problemlos bereisen, jedoch sollte man die Regenzeit von Juni bis September meiden.

Visum: Ein Visum ist direkt bei Einreise für 50$ erhältlich (30 Tage).

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Noch Fragen zu der Äthiopien Reise? Gerne beantworten wir eure Kommentare!

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