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Welche Reiseziele 2026 besonders unter Druck stehen und warum ein bewussterer Umgang mit ihnen gerade wichtiger denn je ist.
Der US-amerikanische Reiseführer-Verlag Fodor’s Travel gehört seit Jahrzehnten zu den etablierten Stimmen im internationalen Tourismus: bekannt für fundierte Destination-Guides, Hintergrundberichte und kritische Einordnungen. Einmal im Jahr veröffentlicht Fodor’s neben klassischen „Best Places“-Listen auch eine ungewöhnliche Antiliste: die „No List“.
Sie richtet sich nicht gegen das Reisen an sich, sondern gegen den unreflektierten Massentourismus. Die Redaktion hebt darin Reiseziele hervor, an denen zu viele Touristen, zu schnelles Wachstum oder fehlende Regeln aktuell mehr schaden als nützen – für Natur, Infrastruktur und das Leben der Menschen vor Ort.
Die Botschaft lautet aber nicht pauschal „nie wieder hin“, sondern Reisende sollen dazu ermuntert werden, bewusster zu planen, Alternativen zu entdecken und beliebten Orten die Zeit zu geben, die sie brauchen, um sich zu erholen.
Die Antarktis braucht weder Werbung noch Tourismus-Einnahmen und genau deshalb wirkt der Besucherboom so paradox. Die Zahlen steigen deutlich, verbindliche Obergrenzen gibt es bislang nicht. Gleichzeitig ist das Ökosystem extrem empfindlich: Schon kleine Störungen können langfristige Folgen haben, weshalb Experten vor allem vor einer Entwicklung Richtung Massentourismus warnen.
Hinter dem Postkarten-Image wächst der Druck spürbar. Rekordzahlen bei Reisenden treffen auf begrenzten Raum, knappe Ressourcen und ein Wohnungsproblem, das sich durch Ferienvermietung weiter verschärft. Proteste auf mehreren Inseln zeigen, dass viele Einheimische das Gefühl haben, dass die Belastungsgrenze erreicht ist und dass die wirtschaftlichen Vorteile des Tourismus nicht fair genug ankommen.
Hier spielt ein besonderer Mechanismus hinein: „Last chance tourism“. Viele reisen an, um die Gletscher „noch schnell“ zu sehen, was den Andrang weiter erhöht. Mehr Reisende bedeuten in der Praxis oft mehr Verkehr, mehr Abfall und mehr Druck auf ein Gebiet, das ohnehin schon klimabedingt an seine Grenzen kommt. Der Park erwärmt sich stark, Gletscher schrumpfen, dazu kommen mehr Waldbrände und Stress für Wildtiere.
In dem ruhigen Küstengebiet nahe Fiumicino ist ein neuer Hafen geplant, an dem auch Mega-Kreuzfahrtschiffe anlegen sollen. Kritiker befürchten massive Eingriffe in die Küstenlandschaft (unter anderem durch Ausbaggerungen und Betonierung) und warnen vor Folgen für Dünen, Feuchtgebiete und Biodiversität. Zusätzlich könnte eine neue Kreuzfahrt-Drehscheibe den Verkehrs- und Luftverschmutzungsdruck in einer Region erhöhen, die ohnehin schon stark belastet ist.
Eiger, Mönch, Jungfrau: ikonischer geht’s kaum. Gleichzeitig zeigt die Region exemplarisch, wie stark Tagesausflüge und „Hotspot-Hopping“ die Alpen verändern können: volle Bahnen, überlastete Wege, Reisebusse auf engen Straßen. Dazu kommt ein Thema, das viele Bergregionen trifft: Wenn immer mehr Wohnraum an Tourist:innen vermietet wird, wird es für Einheimische schwieriger, bezahlbar zu wohnen – während Wertschöpfung und Besucherströme sich oft auf wenige Akteure konzentrieren.
Hier ist der Konflikt zwischen attraktivem Reiseziel und Lebensraum besonders sichtbar. Steigende Mieten, Verdrängung und die starke Ausbreitung von Kurzzeitvermietungen haben in Teilen der Stadt zu Protesten und offener Ablehnung gegenüber „Gentrification-Tourism“ geführt. Neue Regeln sollen Ferienvermietung begrenzen, doch die Debatte zeigt: Wenn Nachbarschaften zur Kulisse werden, kippt die Akzeptanz und damit langfristig auch das Reiseerlebnis.
Mombasa steht für ein Wachstum, das schneller ist als die Steuerung dahinter. Der Tourismus nimmt zu, gleichzeitig kämpfen Stadt und Küste mit Müll- und Abwasserproblemen, überfüllten Straßen und Druck auf Strände und Schutzgebiete. Experten kritisieren vor allem, dass belastbare Konzepte fehlen, wie viele Reisende die Region überhaupt nachhaltig verträgt und dass ökologische und soziale Probleme zu lange hinter kurzfristigen Tourismuszielen zurückstehen.
Montmartre ist der Klassiker unter den „Instagram-Vierteln“ und genau das wird zum Problem. Enorme Besucherzahlen drängen sich durch schmale Gassen, treiben Preise und verändern den Charakter des Viertels. Wenn lokale Strukturen verschwinden und Wohnen immer schwieriger wird, bleibt am Ende ein Ort, der zwar fotogen ist, aber seine Seele verliert und irgendwann nur noch als Kulisse für Touristen existiert.
Die „No List“ ist kein Aufruf, diese Orte grundsätzlich zu meiden, sondern eine Einladung, bewusster zu reisen. In stark belasteten Regionen hilft es vor allem, den eigenen Fußabdruck zu reduzieren: also nicht nur für einen schnellen Tagesausflug anzureisen, sondern Reisen so zu planen, dass sie vor Ort echte Wertschöpfung bringen. Dazu gehört, bevorzugt Hotels oder offiziell regulierte Unterkünfte zu wählen statt unkontrollierter Ferienwohnungen, die Wohnraum verknappen. Auch die Nutzung von Bahn, Bus oder Seilbahnen statt Mietwagen oder Kreuzfahrt-Ausflügen entlastet Infrastruktur und Umwelt. Wer zusätzlich weniger überlaufene Viertel, Strände oder Ausflugsziele wählt, trägt dazu bei, den Druck von den bekannten Hotspots zu nehmen – und erlebt die Destination oft intensiver und authentischer.